Businesspark Alte Seilerei

1997–2002

Konversion eines aufgelassenen Industriegeländes, Meerbusch

Am Rand der Innenstadt gelegen, getrennt durch eine S-Bahnlinie, wurde das damals 100 Jahre alte Industriegelände Mitte der 1990er Jahre aufgelassen. Im Zuge der städtebaulichen Neuordnung wurden Gebäudetrennungen und Ensemblearrondierungen vorgenommen. Nach dem Niedergang der alten Produktion erfordert die Neuorientierung zu einem Gewerbequartier eine typologische Rekonstruktion der Bestandsgebäude. Die Neuanbindung des rund 3 Hektar großen Industrieareals öffnet zwei Erschließungsachsen, was eine Gliederung in drei unterschiedliche Nutzungszonen ermöglicht: Hohe, straßenständige Bestandsgebäude in der ersten Zone, nahe zu Stadtkern und Bahnhof, erfahren eine reine Büronutzung. In der mittleren Zone bestimmen kleinere Lager- und Bürobereiche das räumliche Gefüge. In der dritten Zone, abgetrennt durch eine Erschließungsstraße und eine Einfriedungsmauer, dominieren Produktionsflächen und Werkhallen die Nutzungsstruktur. Die Kleinteiligkeit der Nutzeinheiten führt zu immerwährender Aktivität auf dem Areal.

Wohnbebauung mit gemeinsamem Energiekonzept

2010–2011

Mehrfamilienhäuser mit 20 Wohneinheiten und Kita, Karlsruhe

Das Ensemble mit evangelischer Kirche, Kirchengemeindezentrum, Pfarrhaus und Kindergarten wurde städtebaulich neu geordnet, da Bestandsstrukturen aufgegeben wurden. Nach Aufgabe des Pfarrhauses und des stark abgenutzten Kindergartens definiert die neue Struktur die Blockränder des rund 1 Hektar großen Areals. Im Kontext zur umgebenden zweieinhalb Geschosse hohen Bebauung sind diese Höhenbezüge der Maßstab für die neue Randbebauung aus Wohnhäusern und Kita. Das Leben orientiert sich zum Innenraum des Blocks hin, auch die Spielflächen der Kita.

Restrukturierung eines Kirchenareals

2011–2015

Wohnbebauung mit 4 Mehrfamilienhäusern, Mannheim

Zwischen einer Reihe von langen, tief in das Quartier hinein­gestreckten drei­geschos­sigen Wohnriegeln aus den 1960er Jahren und kleinteiligen, eng stehenden zweigeschossigen Einfamilienhäusern befand sich eine kirchengemeindliche Nutzung. Deren Gebäude – evangelische Kirche, Kita und Betreuungseinrichtung – waren allesamt keine 30 Jahre alt. Zwischen zwei Straßen gelegen, definiert die neue Bebauung den Übergang zwischen den bestehenden unterschiedlichen Stadtbauelementen. Die neue städtebauliche Figur ist das Ergebnis des intensiven Diskussionsprozesses mit Stadtplanung und Gestaltungsbeirat, in dessen Verlauf die Entscheidung fiel, den rund 17 Meter hohen kubischen Kirchenbau aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu Wohnzwecken umzunutzen, sondern aufzugeben.

geteiltes Wohnen in Reihe

2014–2016

Wohnbebauung, Mannheim

Am Rande der Stadt, nahe dem Naturschutzgebiet Käfertaler Wald, entsteht eine Komposition aus Stadthäusern in Reihe. Das aus den Vorgaben des geltenden Bebauungsplans entwickelte Ensemble gliedert sich in zwei unterschiedlich große Baukörper, deren Enden mit Maisonette-Typen besetzt sind. Das Gebäudekonzept erlaubt für jede der separat von außen erschlossenen, zwischen 106 und 143 Quadratmetern großen Wohneinheiten ein »Durchwohnen«. So ist trotz der schmalen Parzellengröße eine Großzügigkeit der Grundrisse möglich, welche ihre Entsprechung in der zu allen Seiten hin sehr offene Fassade finden. Die Häuser sind nach den Richtlinien des Passivhausinstituts zertifiziert.

perforierter Blockrand

2011–2012

Wohnbebauung, Mannheim

Das Areal am Rande eines Gewerbe- und Krankenhausgebietes im städtischen Kontext einer Bebauung der 1950er bis 1980er Jahre war mit einem kirchlichen Gemeindezentrum und einer evangelischen Kirche bebaut. Die auf Kriegsschutt errichteten Baukörper aus der Nachkriegszeit waren allesamt stark strukturgeschwächt und in energetischer Hinsicht nicht sanierbar. An ihrer Stelle entstand eine neue Wohnbebauung als Initial für eine perforierte Blockrandausbildung. Alle Gebäude bilden eine Einheit und sind mit Attributen einer Passivhausarchitektur ausgestattet. Typologisch ist das fünfgeschossige Gebäudeensemble durch Eckgebäude und Erschließungsfugen gegliedert, wobei der Mittelbereich die Besonderheit von integrierten zweigeschossigen Reihenhäusern im fünfgeschossigen Blockrand aufweist. Im Wesentlichen dient das Areal Wohnzwecken. Ergänzend wird ein größerer Erdgeschossbereich durch eine örtliche Kirchengemeinde genutzt. Die sakrale Nutzung ist in Gesten am Gebäude ablesbar.

energieautarkes Wohnquartier

2012–2015

gemeinschaftlich organisierte Wohnbebauung, Köln

Auf einer Fläche von rund 1,2 Hektar sind neun Gebäude städtebaulich um einen gemeinschaftlichen Quartiersplatz angeordnet und bieten unterschiedliche Wohnformen von Eigentumswohnungen über soziale Mietwohnungen bis hin zu zu Einfamilienstadthäusern in Reihe. Thematisches Ordnungsprinzip ist der genossenschaftsähnliche Gemeinschaftsgedanke unter dem Titel „anders wohnen“. Im Vordergrund steht die gegenseitige Hilfe, organisiert durch ein örtliches Quartiersmanagement. Freianlage, Platz und Kinderspielflächen befinden sich in der Obhut einer Gruppe von Bewohnern, die Planung, Pflanzung und Pflege organisiert. Ein Quartierstreff fördert den Gemeinschaftsgedanken mit Beratung, Gruppenaktivitäten und Gesellschaftsveranstaltungen. Wesentlicher Garant für den Fortbestand des Kooperative-Modells ist die gemeinschaftliche Energieversorgung als ESC (EnergySupplyCooperative der evohaus IRQ). Eine gemeinschaftliche Photovoltaik-Anlage macht das Wohnquartier energieautark, es kommen ausschließlich Umweltenergien zum Einsatz.

energieautarker Blockrand

2012–2015

innerstädtische Wohnbebauung mit halböffentlichem Innenhof, Hilden

Das Spannungsfeld aus Lage und Verkehr formuliert die Bedingungen für eine Wohnbebauung: Die laute Kreuzung von Bundes- und Landstraße ist Gegenpol zum ruhigen Kirchplatz und Pfarrgarten. Typologisch antwortet der Block mit einer fünfgeschossigen Randbebauung mit zur Straße hin eher geschlossener Fassade auf den Faktor Lärm. Wohnen, in diesem Riegel durchgesteckt, orientiert sich zum ruhigen Innenhof. Der mit deutlicher städtebaulicher Fuge zugeordnete u-förmige Raumabschluss, dreigeschossig mit zusätzlichem Staffelgeschoss, richtet das Leben auf die ruhige Innenstadt und Fußgängerzone aus. Das Ensemble besetzt spitzwinklig exakt die Straßenfluchten und fasst die Ränder des Quartiers, wodurch die Kirche mit neuem Kirchengemeindezentrum abgeschirmt ist.

Wohnen am Übergang zur Landschaft

2014–2015

Wohnbebauung, Sindelfingen

Typologisch öffnen sich die dreigeschossigen Gebäude zur Sonne mit durchgesteckten Wohngrundrissen zwischen 75 und 115 Quadratmetern Wohnfläche. Eisenbahnlinie und Verbindungsstraße im Rücken definieren eine eher geschlossene Wand zur Landschaft. Die kompakte Raumgliederung definiert durch transparente Übergänge Offenheit und leitet das Licht in die Tiefe. Dem strengen Raumabschluss zur Landschaft als lange Kante sind Vor- und Rücksprünge von Baukörperteilen gegenübergestellt.

Wohnen und Arbeiten an der Ludwig-Erhard-Allee

Studie, 2013

Wohn- und Gewerbebebauung, Karlsruhe Ost

Zu beplanen war ein Areal in exponierter Lage direkt an der vielbefahrenen Ludwig-Erhard-Allee, das durch eine einmündende Querstraße in zwei Baufelder zerschnitten wird. Vorgeschlagen werden Zeilenbauten für Wohnnutzung über sechs Vollgeschosse entlang der kleineren Straße, die an der Einmündung entsprechend der städtebaulichen Rahmenvorgabe eine Torsituation ausbilden. Die südlichen, zur Ludwig-Erhard-Allee gewandten Kopfbauten der Zeilen sind für eine gewerbliche oder gemischte Nutzung konzipiert. Zwischen ihnen spannt sich eine netzartig-transparente Schallschutzfassade, welche die südliche Blockrandschließung schafft und den halböffentlichen Freibereich zwischen den Zeilen, der sich nach Norden hin zu bestehenden Grünräumen der benachbarten Bebauungsstruktur orientiert, vom Verkehrslärm abschirmt. Entlang der Ludwig-Erhard-Allee lagert quer auf den sechsgeschossigen Kopfbauten als oberer Abschluss ein zweigeschossiger Riegel mit Maisonettewohnungen, der durch »Überkragung« die Torsituation weiter betont.

Vier Mehrfamilienhäuser

2013–2017

Wohnbebauung, Weinheim

Das ehemalige Gelände einer Kirche mit Kirchengemeindezentrum ist entweiht. Dieser formale Akt macht eine Änderung des geltenden Bebauungsplans erforderlich, damit das Areal für Wohnzwecke genutzt werden kann. Das aufgelassene Grundstück in einem Siedlungsgebiet der 1970er Jahre liegt an der Nahtstelle zwischen zweieinhalbgeschossiger Bebauungsstruktur einerseits und einer bis zu sechs Geschosse hohen Bebauung andererseits. Schon der historische Bebauungsplan sah eine Nutzung mit drei Vollgeschossen vor. Aus einem intensiven Diskussionsprozess mit Stadtplanung, Anrainern und Politik heraus wurde eine Gebäudestruktur aus vier Mehrfamilienhäusern entwickelt, deren Positionierung dem Abstands- und Durchsichtsbegehren der umliegenden Nachbarn entgegen kam. Typologisch sind die dreigeschossigen Zweispänner mit einem Staffelgeschoss gekrönt, wobei figural immer die Dreigeschossigkeit das Bild prägt. Um den Übergang zur zweigeschossigen Nachbarbebauung zu schaffen, nimmt eines der neuen Häuser sich um ein Geschoss zurück.

Zweispänner mit offenem Grundriss

2014–2016

Wohnbebauung in Ortsrandlage, Leonberg

Ortsrandlage, hängiges Terrain und ein schmales, längliches Grundstück. Intensive Diskussionen mit den hangabwärtigen Nachbarn definieren die Grenzbebauung. Typologisch bilden dreigeschossige Zweispänner die Basis für zwei baugleiche Häuser auf einer Tiefgarage. Städtebaulich ist das Maß der baulichen Nutzung eine Korsettierung. Raumqualitäten, insbesondere solche der Höhe, sind durch topografische Bedingungen begrenzt. Die architektonische Antwort ist hier eine größere strukturelle Offenheit der Grundrisse.

energieautarkes Wohnen an historischem Ort

2014–2015

Wohnbebauung mit Kita, Bensheim

Die achthundertjährige Geschichte des Orts verlangt Respekt vor der kleinteiligen Stadtstruktur. Im Lauf des letzten Jahrhunderts gingen die historisch gewachsenen Strukturen aus Bewegungsflächen und Gebäuden teilweise verloren. Der Entwurf für eine Wohnbebauung mit Kita revitalisiert die alten Bezüge im Kontext zu heutigen Bedürfnissen. Fußläufige Durchlässigkeit wird wieder hergestellt, Baudenkmäler werden konsequent freigestellt. Die historische Hofanlage wird nutzbar gemacht als Platz der Begegnung und gewährt den Zugang zu Kirche und Taufbecken. Barrierefreiheit wird in den Häusern wie im Quartier gleichermaßen gewährleistet.

Bluevillage – eine energieautarke Stadt

2013–2020

Konversion eines ehemaligen Kasernengeländes, Mannheim

Eine Serie von neuen Häusern bietet Raum für unterschiedliche Wohnformen und Lebensstile. Das Angebot reicht von kleinen Appartements über einen Wohnturm mit Fernblick bis hin zu Stadtvillen am grünen Rand des Areals. Darüber hinaus sind eine Kita mit großem Freiraum sowie ein Haus für Frauen im Alter von 50+ geplant. Jedes Haus hat in der Erdgeschosszone einen kleinen Privatgarten, durch Pflanzungen abgeschieden von den öffentlichen und halböffentlichen Bereichen. Die parkähnlichen Freiflächen im Inneren werden von allen Bewohnern genutzt und sind dem Gehen, dem Spielen und der Ruhe vorbehalten: Motorisierter Individualverkehr wird bewusst ausgelagert. Der Quartiersgemeinschaft steht eine eigene elektromobile Fahrzeugflotte nach dem Carsharing-Modell sowie eine Anzahl von E-Fahrrädern zur Verfügung. Wesentliches Ziel und städtebaulich sozioökonomische Notwendigkeit ist die Befreiung der zukünftigen Bewohner aus der Energiekostenfalle. Die optimal gedämmten Gebäudefassaden stellen ein Maximum an passiver Energie bereit, die Dächer generieren wesentliche Teile der benötigten Energie mittels einer Photovoltaik-Gemeinschaftsanlage. Durch Zusammenschluss der vier Teilbereiche als ESC (EnergySupplyCooperative der evohaus IRQ) entsteht ein fast energieautarkes Wohnareal. Wesentliches Ziel ist die maximale Verwendung des eigenproduzierten PV-Stroms. Hierzu trägt insbesondere die PV-Fahrzeugflotte bei, die besonders für Kurzstreckenfahrten genutzt wird. Ein weiteres wesentliches Ziel ist die unkomplizierte Versorgung im Alltag, insbesondere für Menschen im fortgeschrittenen Alter oder mit Behinderungen.

Bunte Vielfalt im Block

Wettbewerb, 2014

Innerstädtische Wohnbebauung, Mannheim

Im Straßenraster des alten Zentrums Mannheims wurde der Block T5, ein ehemaliges Schulquartier aufgelassen. Die neue städtebauliche Ausrichtung stellt die Themen gemeinschaftliches Wohnen für unterschiedliche Altersgruppen und Ethnien in den Mittelpunkt. Um unterschiedlichsten Wohnformen und Lebensmodellen Raum zu bieten und eine Basis für maximale Vielfalt mit einem Maximum an Identifikation zu schaffen, wurde eine Serie von 27 unterschiedlichen Häusern entworfen: Ein Haus mit kleinen Apartments. Ein Patio-Haus mit großem Garten. Eine Villa. Schwebende Häuser. Ein Studentenhaus mit gemeinschaftlicher Küche. Ein Gruppen-Haus mit Atrium für Senioren. Ein Haus mit Atelier. Ein Haus mit Café am Platz. Ein Haus mit vielen Loggien. Ein Haus mit Ausblicken am Eck. Ein mit Efeu bewachsenes Terrassenhaus. Ein Haus mit gemeinschaftlichem Wintergarten. Ein Lofthaus mit offenem Grundriss. Ein Pflanzenhaus. Ein Erkerhaus. Fassaden mit unterschiedlichen Fensteröffnungen zeigen wechselnden Bilder zur Straße und repräsentieren die verschiedenartigen Konzepte zu Wohnraum und Stadtbezug. Die Farben repräsentieren zunächst die Unterschiedlichkeit der Nutzer. In einer späteren Phase soll der Gestaltungsbeirat der Stadt Mannheim gemeinsam mit den Architekten und Nutzern eine stadtverträgliche Farbfassung für die unterschiedlichen Typologien partizipatorisch entwickeln. Jedes Haus hat einen Garten, der von niedrigen Mauern umschlossen ist. Alle Häuser und Gärten umschließen einen gemeinschaftlichen Innenhof, der durch mehrere Durchgänge mit der Straße verbunden ist. Verschiedenste Türen und Öffnungen schaffen eine Vielzahl an Verbindungen zwischen privatem, halböffentichem und öffentlichem Raum. Wesentliches Ziel und städtebaulich sozioökonomische Notwendigkeit ist die Befreiung der zukünftigen Bewohner aus der Energiekostenfalle. Die optimal gedämmten Gebäudefassaden stellen ein Maximum an passiver Energie bereit, die Dächer generieren wesentliche Teile der benötigten Energie mittels einer Photovoltaik-Gemeinschaftsanlage. Durch Zusammenschluss der vier Teilbereiche als ESC (EnergySupplyCooperative der evohaus IRQ) entsteht ein fast energieautarkes Wohnareal.

Wohnen im stadtparkähnlichen Grün

2015

Wohnquartier, Brühl

Zwischen alten Rheinmäanderbecken gelegen, streckt sich ein Ausläufer der Stadt auf einem schmalen Landrücken dem Fluss entgegen. Diese teilweise perforierte Landbrücke unterbricht das Stadtgefüge. Das Niedergebiet, rund 3,4 Hektar groß, stellt eine der letzten innerstädtischen Siedlungslücken dar, deren Schließung eine besondere Berücksichtigung aller Faktoren erfordert. Die städtebaulichen Parameter ergeben sich aus der Analyse der umgebenden Bebauung sowie der angrenzenden Landschaft. Hieraus entwickeln sich Nutzungsfelder mit Brüchen, Verschiebungen und Durchblicken. Im Verkehrs- und Erschließungskonzept verliert das Auto seine sichtbare Präsenz, was das Wohnen im stadtparkähnlichen Grün ermöglicht. Dichte und Staffelung der Gebäudestrukturen richten sich nach den topografischen Formationen und akzentuieren Bewegungsachsen im Quartier, das durch große Freiräume geprägt wird. Die Bebauung, im Wesentlichen dreigeschossig, antwortet auf die jeweilig benachbarten Siedlungsstrukturen.